3 Apr, 2023

Meta Pixel startet eigenes Server-Side Tracking
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Meta hat bereits vergangenen Freitag (31.03.2023) in den ersten Event Managern die neuen CAPI Funktionen integriert. Die Conversions API gibt es bereits länger, allerdings war diese bislang nur mit Code und externen Tools wie die Shopify CAPI Anbindung verwendbar. Jetzt können Werbetreibende ein Server-Side Tracking Setup, „CAPI Gateway“ genannt, direkt aus dem Events Manager ohne Coding Skills oder Drittanbieter aufsetzen:

Neue Option in im Events Manager: API Gateway
Neue Option im Events manager, die Conversions API zu nutzen.

Aktuell sind die neuen Features noch nicht in allen bestehenden Pixel angekommen. Bei neu erstellten sind diese aber bereits jetzt verfügbar.

Meta CAPI Gateway DNS Setup
Nach dem AWS Deployment, wird die Subdomain im Events Manager hinzugefügt und Meta verbindet sich mit dem gestarteten Server.

Welchen Mehrwert hat die Verwendung des neuen Gateways?

Das neue Gateway, welches Meta zur Verfügung stellt, soll die Qualität des Trackings steigern. Denn die Datenqualität nimmt stetig ab, sei es durch iOS, Safari, Firefox oder in 2024 dem 3rd Party Cookie Ende. Mit der neuen Funktion soll dies umgangen werden. Und das in Nutzung mit der CAPI, allerdings ohne Coden zu müssen, oder Drittanbietersoftware zu nutzen.

Das publizieren des Servers findet per AWS statt. Heißt während des Prozesses der Einrichtung des Meta Pixels, wird man per Klick an AWS weitergeleitet und dort wird automatisch das CAPI Setup durchgeführt.

Nach dem einfachen Setup im Events Manager passiert dann folgendes:

  • Neben der Webseite liegt nun auch der eigene Tracking (AWS) Server auf der eigenen Domain
  • Dadurch kann das Pixel JavaScript von der eigenen Domain geladen werden
  • Events, die auf der Seite stattfinden werden nun auch an den eigenen Server geschickt
  • Der eigene Gateway Server schickt die Events an die Conversions API
Architecture of CAPI Gateway
Architektur des CAPI Gateways (von https://developers.facebook.com/docs/marketing-api/conversions-api/guides)

Damit wird dann im Browser des Besuchers nicht mehr das Client Side Skript von Meta direkt, sondern von einer Subdomain des Nutzers geladen. Ähnlich wie bei Google Tag Manager Server-Side Setups. Zudem werden Events innerhalb von Meta dedupliziert, wodurch auch weiterhin Events direkt vom Browser aus an Meta geschickt werden können und trotzdem keine doppelte Daten getracked werden.

Vorteile des Gateways

Mit dem neuen Gateway lässt sich besser Tracken als ohne das neue Gateway. Speziell bei klassischen Funnels oder WooCommerce Shops, die noch keine automatische CAPI Anbindung haben, macht es im ersten Gedanken Sinn, das Gateway zu nutzen:

  • Mehr Daten = Besserer Algorithmus = Besserer ROAS.
  • Höchstwahrscheinlich lässt sich damit sogar für ein paar Wochen iOS, AdBlock und Safari Nutzer & Co. wieder tracken.
  • Zudem lässt sich (z.B. für Agenturen) ein Gateway auch Pixel Übergreifend verwenden.
Direkt im Events Manager ersichtlich: Meta selbst redet von „22%“ weniger Kosten pro Ergebnis. Das ist durchaus realistisch, wobei wenn mit echtem Server-Side Tracking gemacht auch zu toppen.

Allerdings bringt das neue Gateway auch einige Gefahren mit sich und ist teils nicht gut durchdacht:

Nachteile des Gateways

  • In Safari 16.4 (ab 27.03.2024), (und damit auch in iOS) werden bereits 1st Party Cookies, welche von einer Subdomain kommen, nach 7 Tagen wieder gelöscht (siehe Simo Ahava). Heißt schlechte Verfolgung von widerkehrenden Besuchern.
  • Ein Gateway Setup funktioniert nur für Meta. Heißt gegenüber richtigem Server-Side Tracking, wo unendlich viele andere Plattformen bespielt werden können, wird hier ein Server für rein Meta bezahlt.
  • Keine automatische Skalierung oder Wartung des AWS Servers (Ausfall am Black Friday etc.).
  • Die Empfohlenen AWS EC2 Instanzen T3.large – T3.xlarge, kosten bereits 70-140€ pro Monat.
  • Das klassische Meta Skript wird trotzdem weiterhin verwendet und wohl bald auch von AdBlockern erkannt.
  • Keine Möglichkeit der Pseudo-/Anonymisierung, deshalb keine Option für Consentless Tracking
  • Datenschutz wird nicht beachtet
    • AWS Verwendung: US Anbieter, dadurch per Cloud Act trotz EU Server nicht DSGVO konfrom
    • Vollständige Daten fließen unkontrolliert über das Gateway an Meta weiter
    • Parallele Client-Side Tracking Methode: Daten fließen auch ohne Gateway vom Browser direkt an Meta
    • Keine automatische Consent Management Anbindung (Consent/Einwilligung ist nämlich weiterhin notwendig)
    • Keine First Party Datenhoheit

Fazit

Dass Meta eine Lösung für die immer schlechter werdende Datenqualität kommen muss war klar. Die CAPI wird bereits von vielen genutzt, aber ist nun auch für Laien recht einfach verwendbar.
Durchdacht ist die Lösung aber nicht und kann mit echtem Server-Side Tracking in Performance, Qualität und Datenschutzpunkten nicht mithalten. Allerdings bietet das CAPI Gateway bestimmt für einige einen „Quickfix“, die nur auf der Meta Plattform Werbung schalten und begrenztes Budget haben. Aber selbst hier sieht man, dass (Web-) Tracking nicht mehr kostenlos sein wird, da die Drittanbieter die Kosten der Tracking Server nicht mehr übernehmen (können).

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